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Widerstandsklassen: RC1 bis RC6

Inhalt: Widerstandsklassen

Fenster stellen bei Einbrüchen immer potenzielle Schwachstellen dar. Hier erlangen Einbrecher mit dem richtigen Werkzeug am einfachsten Zugang. Zumindest dann, wenn keine Vorkehrungen getroffen werden. Denn mit einer speziellen Verglasung und weiteren Sicherheitsmaßnahmen kannst Du Einbrechern buchstäblich ins Handwerk pfuschen.

Welchen Schutz Dir eine spezielles Bauelement bietet, erkennst Du an den sogenannten Widerstandsklassen. Diese zeigen Dir präzise auf, welchen Aufwand ein ungebetener Besucher betreiben muss, um beispielsweise durch ein Fenster ins Haus zu gelangen.

Welche Sicherheitsstufe sich hinter den jeweiligen Widerstandsklassen verbirgt und welche für Dein Wohngebäude sinnvoll erscheint, erfährst Du im folgenden Beitrag.

Die neue Normenreihe
DIN EN 1627 für einbruch­hemmende Bauprodukte: Aus WK wird RC

Vielleicht ist Dir die Bezeichnung WK für Widerstandsklassen bekannt. Diese Bezeichnung stammt aus
der Vornormenreihe DIN V ENV 1627 ff für einbruchhemmende Bauteile wie Fenster, Türen und Abschlüsse. Nach rund zwölf Jahren Evaluierung und Feinjustierung wurde die Vornormenreihe abgelöst. Seit September 2011 gilt in der EU die DIN EN 1627 bis 1630.

Die Gliederung ist zwar gleich geblieben, allerdings fordert die neue Normenreihe höhere Sicherheitsstandards für die Anforderungen und Klassifizierung von einbruchhemmenden Bauteilen ein. Als neue Bezeichnung wird die Abkürzung RC für den englischen Begriff Resistance Class verwendet. Die Widerstandsklassen werden in sieben Kategorien eingeteilt: RC1 N, RC2 N, RC2, RC3, RC4, RC5 und RC6.

Sämtliche Bauelemente mit Sicherheitsverglasung werden gemäß DIN EN 356 mit Mindestanforderung P4A geprüft. Die RC-Klassen mit dem Kennbuchstaben N müssen allerdings als Serienbauteil keine Sicherheitsverglasung aufweisen. Lediglich das geprüfte Glasanbindungssystem muss dem geprüften Bauteil entsprechen, um die Anforderungen an der RC-Klasse zu erfüllen.

Die sieben Widerstands­klassen: Von RC1 N bis RC6

Grundsätzlich beziehen sich die RC-Klassen immer auf das gesamte Fensterelement. Die Prüfung der einzelnen Bauteile wird entsprechend der DIN EN 1627 in einem Prüfzeugnis dokumentiert.

Die einzelnen Widerstandsklassen für Fenster unterscheiden sich im Detail. Dabei gilt: Je höher die RC, desto besser der Schutz. Ab RC 2 sind Sicherheitsverglasungen gemäß DIN EN 356 vorgeschrieben, ab RC3 kommen Verriegelungen durch Sicherheitsbeschläge und abschließbare Griffe hinzu. Im Privatbereich finden in der Regel die Widerstandsklassen bis RC 3 Anwendung. Die Stufen RC 4 bis RC 6 werden von der Polizei vor allem für den gewerblichen Bereich und besonders schützenswerte Gebäude empfohlen.

Widerstandsklasse RC 1 N

Die Widerstandsklasse RC1 N bietet nur einen geringen Schutz gegen Einbrecher. Mit Körpereinsatz und leichtem Werkzeug lassen sich Fenster recht leicht aufhebeln oder anderweitig öffnen. Bei der Verglasung handelt es sich um eine gewöhnliche Scheibe ohne zusätzlichen Einbruchschutz.

Widerstandsklasse RC 2 N

Bei der Widerstandsklasse RC2N bestehen ebenfalls keine Anforderungen an die Verglasung. Lediglich der Fensterrahmen muss einer mechanischen Bearbeitung mit leichtem Werkzeug, beispielsweise einem Schraubendreher, kurze Zeit (ca. drei Minuten) standhalten.

Widerstandsklasse RC 2

Wird ein RC2-Fenster mit einem einfachen Werkzeug wie einem Schraubenzieher oder einer Zange bearbeitet, muss es mindestens drei Minuten standhalten. Diese Zeit wird erreicht, indem Rahmenprofil und Sicherheitsverglasung mit passenden Komponenten ausgestattet wurden. Für den Privatbereich empfiehlt die Polizei grundsätzlich RC 2 Fenster.

Widerstandsklasse RC 3

Für die Einbruchschutzklasse RC3 gelten die gleichen Vorgaben wie für RC2. Das RC3-Fenster muss jedoch dem Einbruchsversuch für eine Zeitspanne von fünf Minuten widerstehen. In der Prüfung liegt der Unterschied zwischen RC2 und RC3 darin, dass zusätzliches Werkzeug wie eine Brechstange verwendet werden darf. In Wohngebäuden gilt RC3 als Premiumlösung.

Widerstandsklasse RC 4

Rund zehn Minuten muss ein potenzieller Einbrecher aufgehalten werden, wenn er versucht, ein RC4 Fenster aufzubrechen. Im Rahmen einer Prüfung kommen dabei Werkzeuge wie Schlagaxt,
Akkuschrauber oder Meißel zum Einsatz.

Widerstandsklasse RC 5

Zusätzlich zu den Vorgaben für RC4 kommen in der Prüfung der Widerstandsklasse RC5
Elektrowerkzeuge zum Einsatz, um das Fenster zu öffnen oder zu durchbrechen. Einem direkten Angriff muss ein Fenster dieser Einbruchschutzklasse 15 Minuten standhalten.

Widerstandsklasse RC 6

RC6-Fenster müssen einem direkten Angriff mindestens 20 Minuten widerstehen. Bei Prüfungen zu
dieser Klasse kommen sogar leistungsstarke Elektrowerkzeuge zum Einsatz.

Das K-EINBRUCH-Level

Nicht immer ist es einfach zu entscheiden, welche Maßnahmen für erhöhte Sicherheit eine sinnvolle Investition darstellen. Daher hat die Polizei eine Sicherheitsklassen-Skala entwickelt, die ihre Empfehlungen für den Einbruchschutz visualisiert. Das K-EINBRUCH-Level kannst Du als perfekte Ergänzung zu den RC-Klassen betrachten.

Denn es bietet eine gute Orientierung für diejenigen, die ihr Haus sicherer gestalten möchten. Es zeigt, wie wirksam eine bestimmte Maßnahme ist. Entsprechend kannst Du Dich leichter für eine Sicherheitslösung entscheiden, die zu Deinem individuellen Sicherheitsbedürfnis passt.

Die Polizei rät dringend zu einem mechanischen Schutz, also zu geprüften Fenstersystemen. Denn eine Alarmanlage allein reicht nicht zur Einbruchhemmung aus. Optimalerweise solltest Du an gefährdeten Stellen durch Sicherheitslösungen ab RC2 aufwärts eine solide Grundlage schaffen. Diese kannst Du durch eine Einbruchmeldeanlage (EMA) ergänzen.

Welche Widerstands­klasse passt zu welchem Fenster?

Für Einbrecher sind einige Einstiegsmöglichkeiten besonders attraktiv, da sie leicht zu erreichen sind. Besonders gefährdet sind Fenster im Keller und Erdgeschoss. Auch Balkontüren bieten ein beliebtes Ziel für die ungebetenen Gäste.

Daher solltest Du im Erdgeschoss vorrangig auf Fenster mit RC2 oder RC3 setzen. RC3 ist für Dich
optimal geeignet, wenn Du ein erhöhtes Bedürfnis nach Sicherheit hast. Auch wenn Dein Haus beispielsweise durch eine wertvolle Einrichtung für Einbrecher interessant sein könnte, triffst Du mit dieser RC-Klasse eine gute Wahl.

Im ersten Obergeschoss bietet sich RC1 oder RC2 an. Dachfenster und Fenster ab dem zweiten Obergeschoss sind aufgrund der ungünstigen Position eher nicht von Einbrüchen betroffen. Hier reichen RC1 N oder RC2 N für gewöhnlich aus.

RC4- bis RC6-Fenster sind speziell für Geschäftsgebäude und Immobilien konzipiert, die besonderen Schutz benötigen. Im privaten Umfeld bzw. in Wohngebäuden werden solche Fensterlösungen für gewöhnlich nicht verbaut, da die Verglasungen recht schwer sind und die Rahmenprofile aus Metall hergestellt werden.

Sicherheitsver­glasungen für verschiedene Einsatzzwecke

Je nachdem, für welche Fenster Du Sicherheitsverglasungen benötigst, kannst Du auf verschiedene Produkte zurückgreifen. Der Fachbetrieb Deiner Wahl berät Dich hier umfassend, damit Fehlkäufe vermieden werden.

Die Produktreihe SEMCO Safe bietet Dir eine Vielzahl verschiedener Sicherheitsverglasungen. Diese entsprechen je nach Einsatzzweck den unterschiedlichen RC-Klassen. Angefangen bei der privaten Einbruchsicherung bis hin zum Personen- und Objektschutz leistet das Verbund-Sicherheitsglas von SEMCO zuverlässige Dienste.

SEMCO Safe lässt sich mit Klima-, Wärmedämm-, Sonnenschutz- und Schallschutzglas kombinieren. Somit kannst Du zugleich von einer erhöhten Einbruchhemmung und weiteren Vorteilen profitieren.

Auch die Kombination von SEMCO Safe mit weiteren Schutzmaßnahmen ist möglich. So kannst Du beispielsweise ein VDS zertifiziertes Alarmglas montieren lassen, das bei Bruch der Scheibe die Alarmanlage des Hauses auslöst.

Hochwertige SEMCO-Verglasungen in Verbindung mit stahlverstärkten Kunststoff-Fensterprofilen der Klasse A von VEKA sind die optimale Basis für sichere Fenster. So kannst Du Dich in Deinem Zuhause absolut sicher fühlen.

Die richtige Montage der Fenster

Damit Du Dich auf die geprüften RC-Klassen verlassen kannst, ist eine fachgerechte Montage obligatorisch. Denn selbst die qualitativ hochwertigsten Fenstersysteme mit Spezialverglasung bringen Dir nichts, wenn beim Einbau potenzielle Schwachstellen verbleiben – oder sogar durch eine laienhafte Montage entstehen.

Eine erfahrene Fachkraft eines Fachbetriebs vor Ort stellt sicher, dass sämtliche Komponenten, die für die Sicherheit relevant sind, perfekt ineinandergreifen. Erst das Zusammenspiel aus geprüften Bauelementen wie Schloss, Beschlag, Verglasung, Profilsystem, Glasanbindung und Wandaufbau bieten Dir den gewünschten Schutz vor Einbrechern.

Die Einbruchhemmung der RC-Klasse gemäß DIN EN 1627 ist nur dann gegeben, wenn diese fachgerecht montiert wurde. In Hinblick auf das persönliche Sicherheitsempfinden und den Versicherungsschutz ist dieser Hinweis überaus wichtig.

Kurz zusammen­gefasst: Eine Übersicht über die ver­schiedenen Widerstands­klassen

aktuelle Klasse
alte Klasse
Verglasung
Zeitaufwand
Werkzeug
RC1 N
Kein Sicherheitsglas
Körpereinsatz, Schraubenzieher
RC2 N
WK 2
Verglasung frei wählbar
3 Min.
Einfache Werkzeuge wie Schraubenzieher oder Zange
RC2
WK 2
Durchwurfhemmendes Sicherheitsglas (P4A); Prüfung: 3 Treffer mit Stahlkugel (4,11 kg) aus 9 m Höhe.
3 Min.
Einfache Werkzeuge wie Schraubenzieher oder Zange
RC3
WK 3
Durchwurfhemmendes Sicherheitsglas (P5A); Prüfung: 3 Treffer mit Stahlkugel (4,11 kg) aus 9 m Höhe.
5 Min.
Schraubenzieher, Hebelwerkzeug wie Kuhfuß.
RC4
Wk 4
Durchbruchhemmendes Sicherheitsglas (P6B); Prüfung: mind. 30 Axtschläge.
10 Min.
Zusätzlich Stemmeisen, Schlagaxt, Akkuschrauber, Hammer.
RC5
WK 5
Durchbruchhemmendes Sicherheitsglas (P7B); Prüfung: > 50 Axtschläge.
15 Min.
Zusätzliches Werkzeug wie Bohrmaschine, Stichsäge, Winkelschleifer.
RC6
WK 6
Durchbruchhemmendes Sicherheitsglas (P8B); Prüfung: > 70 Axtschläge.
20 Min.
Zusätzliches Elektrowerkzeug mit höherer Durchschlagskraft wie Bohrmaschine, Stichsäge, Winkelschleifer.

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