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Fensterarten: Die richtige Wahl für Neubau oder Sanierung

Autor: Marina Thies

Inhalt: Wähle das richtige Fenster für Neubau oder Sanierung

Um das richtige Fenster für dein Gebäude auszuwählen, musst du natürlich erst einmal wissen, welche Fensterarten überhaupt generell infrage kommen. In diesem Artikel findest du eine Übersicht von Fensterarten, die für deinen Hausbau oder deine Sanierung geeignet sind. Außerdem geben wir dir wichtige Informationen zu Funktionen und Eigenschaften verschiedener Fenstertypen, die dir die Auswahl deines neuen Fensters erleichtern sollen.

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Fensterarten nach Material

Die Wahl des richtigen Materials für den Fensterrahmen ist eine Frage des Verwendungszwecks. Zum einen ist es wichtig, dass das Material mit der Gebäudeoptik und den baulichen Gegebenheiten harmoniert. Genauso wichtig sind aber die Eigenschaften, die das gewählte Fenstermaterial bieten muss. Wichtige Faktoren bei der Fensterwahl sind in erster Linie gute Dämmeigenschaften, eine hohe Witterungsbeständigkeit, ein geringer Pflegebedarf und die Langlebigkeit. Kunststofffenster gelten dabei als flexibler Alleskönner.

Kunststofffenster

Rund Zweidrittel aller verkauften Fenster bestehen aus Kunststoff. Die hohe Beliebtheit von Kunststofffenstern hat mehrere Gründe. Das Mehrkammerprofilsystem sorgt für eine sehr gute Wärmedämmung und eine hohe Energieeffizienz. In Verbindung mit einer hochwertigen Verglasung kannst du die Energieeffizienz weiter erhöhen und für ein angenehmes Raumklima in deinem Gebäude sorgen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Langlebigkeit. Bei richtiger Pflege haben Kunststofffenster eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Grundsätzlich sind Kunststofffenster sehr witterungsbeständig und gleichzeitig pflegeleicht. Im Gegensatz zu Holzfenstern benötigen sie beispielsweise keinen regelmäßigen Anstrich. Die einmalige Investition in Kunststofffenster rentiert schon nach kurzer Zeit. Und was viele nicht wissen: Bei fachgerechter Entsorgung sind Kunststofffenster zu fast 100 % recyclebar.

Auch in puncto Optik bieten Kunststofffenster viele Vorteile. Farbige Fenster sind in nahezu allen denkbaren Varianten möglich. Zudem können die Rahmen und Profile inzwischen mit täuschend echten Holzdekors oder optischen Veredelungen versehen werden, die nicht nur wie Holz aussehen, sondern sich sogar so anfühlen.

Holzfenster

Holzfenster punkten ebenfalls mit einer guten Isolierung und hoher Energieeffizienz. Allerdings sind sie deutlich wartungsintensiver. So müssen sie häufig nachgestrichen werden und sind weniger witterungsbeständig als Kunststofffenster.

Als natürlicher Rohstoff hat Holz eine sehr gute Umweltbilanz und ist zudem in vielen unterschiedlichen und teilweise einzigartigen Maserungen verfügbar. Viele denkmalgeschützte Gebäude dürfen nur mit Holzfenstern saniert werden. Dabei gilt allerdings auch zu beachten, dass Holzfenster in der Anschaffung häufig deutlich teurer als Kunststofffenster sind. Zudem sind sie aufgrund des höheren Pflegebedarfs auch auf Dauer kostenintensiver. Für viele Bauherren gelten Fenster in Holzoptik als wichtiges Designelement. Die meisten optischen Wünsche lassen sich jedoch inzwischen auch mit Kunststofffenstern erfüllen.

Aluminiumfenster

Aluminiumfenster sind sehr leicht und dennoch stabil. Sie sind witterungsbeständig, pflegeleicht und besitzen eine lange Lebensdauer. Daher werden sie nach wie vor gerne in Gebäuden eingesetzt, in denen die baulichen Gegebenheiten besonders stabile Fenster verlangen oder nur wenig Zeit für die Fensterpflege vorgesehen ist.

Ältere Aluminiumfenster wurden meistens in einem Stück gefertigt, wodurch sich an vielen Stellen Wärmebrücken bilden können. durch neuere Herstellungsprozesse hat sich die Wärmedämmung von Aluminiumfenstern zwar verbessert, allerdings gilt sie immer noch nicht als optimal. Gleichzeitig sind sie in der Anschaffung in der Regel teurer als Kunststoff- oder Holzfenster. Aufgrund des sehr hohen Einsatzes von Ressourcen und Energie bei der Produktion musst du in puncto Nachhaltigkeit beim Aluminiumfenster deutliche Abstriche machen.

Materialkombinationen

Um die Eigenschaften verschiedener Materialien zu verbinden, gibt es inzwischen Fensterkombinationen aus unterschiedlichen Materialien. Dazu gehören zum Beispiel Kunststofffenster mit Vorsatzschalen aus Aluminium. So lassen sich die optimierten Dämmeigenschaften des Kunststoffprofils mit einer ansprechenden Metall-Optik kombinieren.

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Fensterarten nach Öffnungsart

Fensterarten lassen sich nach Öffnungsmechanismus kategorisieren. Welcher Fenstertyp der richtige für dein Projekt ist, hängt stark von der Gebäudekonzeption und dem Einbauort ab. Wichtige Faktoren, die du oder dein Architekt beachten müssen, sind der Platzverbrauch, die funktionalen Eigenschaften, aber auch die Möglichkeit zum richtigen Lüften.

Drehfenster

Fenster mit Drehflügel sind in der Regel an der senkrechten Achse fest verankert und lassen sich nach innen oder außen schwenken. Sie werden meistens in senkrechte Gebäudefassaden eingebaut. Oft werden mehrere Drehflügelfenster nebeneinander eingesetzt. Hierbei sitzen in einem Fensterrahmen zwei oder mehrere Flügel, die durch einen Mittelpfosten getrennt werden. In diesem Fall sprechen wir von zweiflügeligen Fenstern.

Kippfenster

Kippfenster lassen sich nicht komplett öffnen, sondern nur kippen. Daher werden sie häufig in Räumen verbaut, in denen das komplette Öffnen des Fensters nicht nötig ist, wie zum Beispiel in Kellerräumen oder Abstellräumen. Oft dienen Kippfenster auch als sogenanntes Oberlicht und Lüftungsmöglichkeit über Festverglasungen.

Dreh-Kippfenster

Dreh-Kippfenster gehören zu den meistverbreiteten Fenstern und werden häufig in senkrechten Fassaden von Wohngebäuden eingebaut. Dank spezieller Fensterbeschläge ist es möglich, dass die Fenster sowohl gekippt als auch vollständig geöffnet werden können, je nachdem welche Öffnungsvariante gerade bevorzugt wird. Dreh-Kippfenster sind aufgrund ihrer praktischen Funktionalität und flexiblen Einsatzmöglichkeiten sehr beliebt. Vor allem Kunststofffenster mit Dreh-Kipp-Funktion bieten eine Vielzahl an Gestaltungsoptionen für individuelle Raum- und Wohnsituationen.

Schwingflügelfenster

Schwingflügelfenster besitzen in der Regel zentrale Scharniere, an denen du das Fenster an einer horizontalen Achse in den Raum oder nach außen schwingen kannst. Diese Funktion eignet sich besonders bei Dachfenstern oder in Räumen, in denen platzsparende, aber weit zu öffnende Fenster benötigt werden. Auch bei kompletter Öffnung ragt nur der halbe Flügel in den Raum, was gleichzeitig die Reinigung vereinfacht. Schwingflügelfenster werden meistens so verbaut, dass das untere Ende des Flügels nach außen öffnet und der Raum somit eine ideale Luftzufuhr bekommt.

Klapp-Schwingfenster

Eine weitere Variante des Schwingfensters ist das Klapp-Schwingfenster. Im Gegensatz zum Schwingflügelfenster verfügt es über eine zusätzliche Klappfunktion am oberen Ende. So kann das Fenster auf der ganzen Höhe nach außen aufgeklappt werden. Auch diese Variante findest du häufig bei Dachfenstern. Denn Klapp-Schwingfenster bieten dank der großen Fensteröffnung den ungehinderten Ausblick nach draußen.

Wendefenster

Anders als Schwingfenster werden Wendefenster überwiegend in der senkrechten Fassade eingesetzt. Die Achse ist in der Regel vertikal und mittig verbaut, sodass du das Fenster im 90-Grad-Winkel zur Hauswand öffnen kannst. Da auch hierbei nur die Hälfte des Flügels in den Raum ragt, sind Wendefenster relativ platzsparend. Wichtig: Bei Niederschlag sollte das Fenster in jedem Fall geschlossen werden, da der nach draußen ragende Flügel durch die Witterung schnell verschleißen kann.

Schiebefenster

Schiebefenster können über eine seitliche oder untere Führungsschiene vertikal oder horizontal geöffnet werden. Bei großen Glasfronten in Wohnräumen bieten sich Hebe-Schiebetürsysteme an. Einerseits gelangt so eine Menge Tageslicht in den Raum. Andererseits ragt dank der Mechanik auch während des Lüftens kein Fensterflügel in den Raum, sodass auch dieser Platz genutzt werden kann. Aufgrund der platzsparenden Eigenschaften sind Schiebefenster zudem in kleinen Räumen eine Alternative.

Ausstiegsfenster

Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Ausstiegsfenster eine Fenstervariante, die in erster Linie einen Ausstieg ermöglichen soll. Das Ausstiegsfenster ist mit einem großen Öffnungswinkel ausgestattet und wird hauptsächlich verbaut, um es Kaminkehrern, Schornsteinfegern oder Handwerkern zu erleichtern, auf das Dach eines Gebäudes zu gelangen. Außerdem werden sie häufig in ausgebauten Dachgeschosswohnungen eingesetzt, um für ausreichende Lichtverhältnisse und Belüftungsmöglichkeiten zu sorgen.

Fensterarten nach Öffnungsart

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Fensterarten nach Design

Je nach den baulichen Gegebenheiten des Gebäudes spielt das Design eine wichtige Rolle. Das klassische, rechteckige Einfachfenster passt architektonisch zu fast allen Gebäuden. Sprossen- oder Rundbogenfenster verleihen den Gebäuden in den meisten Fällen eine sehr ansprechende Optik. Hier findest du eine Auswahl der beliebtesten Fensterdesigns.

Rechteckige Fenster machen einen Großteil der Fassadenfenster aus. Die Form harmoniert mit nahezu jedem Gebäudeschnitt. In der Regel sind rechteckige Fenster mit einem Flügel ausgestattet, der eine Dreh- oder Dreh-Kipp-Funktion besitzt. Das rechteckige Standardfenster ist in verschiedenen Materialien verfügbar. Hierbei sind Fenster mit Kunststoffrahmen aufgrund einer Reihe von Eigenschaften und Funktionen (z. B. gute Wärmedämmung, Langlebigkeit, Flexibilität, vergleichsweise günstiger Anschaffungspreis) die mit Abstand beliebteste Variante.

Rundfenster

Runde Fenster werden in der Regel aus ästhetischen Gründen verbaut. Beliebte Einsatzorte sind Dachgiebel, Badezimmer oder Flure. Auch Rundfenster können mit verschiedenen Öffnungsmechanismen, Farben, Größen oder Verglasungen ausgestattet werden.

Sprossenfenster

Sprossenfenster gelten seit vielen Jahrzehnten als ein wichtiges architektonisches Designelement für Gebäudefassaden. Sie werden sowohl in historischen Gebäuden als auch in modernen Architekturhäusern verbaut. Sprossenfenster zählen zu den Fensterarten mit hohem handwerklichen Herstellungsaufwand und sind für verschiedene Fensterformen umsetzbar.

Grundsätzlich ist die Anschaffung von Sprossenfenstern etwas teurer, allerdings gibt es auch hier starke Unterschiede. Aufgesetzte Sprossen mit innen liegenden Spezialprofilen sind beispielsweise günstiger als exklusive Konstruktionen mit glasteilenden Sprossen. Auch bei der Auswahl des richtigen Sprossenfensters kann ein Fachbetrieb wichtige Hinweise geben.

Rundbogenfenster

Egal, ob Romantik, Barock, Rokoko oder Jugendstil: Rundbogenfenster sind seit Jahrhunderten ein wichtiges Stilmittel in der Gebäudearchitektur. Rundbogenfenster besitzen einen Bogen im oberen Fensterbereich und sind häufig mit Sprossen ausgestattet. Aber: Nicht immer ist ein Rundbogenfenster das passende Stilelement für ein Gebäude. Damit der Einsatz von Rundbogenfenstern am Ende auch gut aussieht, empfehlen wir Dir den potenziellen Einbau mit einem Fachbetrieb in deiner Nähe zu planen.

Kastenfenster

Auch das Kastenfenster gehört eher zu den klassischen Fensterarten. Es setzt sich aus zwei hintereinander gebauten Fenstern mit jeweils zwei Flügeln zusammen. Zwischen den beiden Fenstern liegt ein wärmedämmender und schallschützender Luftraum. Diese Eigenschaften machen Kastenfenster bei vielen Sanierungen älterer Gebäude sehr beliebt. Der dämmende Zwischenraum birgt allerdings auch immer die Gefahr von Kondensatund Schimmelbildung. Außerdem gilt der Einbau als vergleichsweise aufwendig.

Bodentiefe Fenster

Bodentiefe Fenster lassen viel Tageslicht in den Raum. Vor allem bei großen Glasflächen in der Fassade ist eine hochwertige Verglasung essenziell. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Räume im Sommer zu stark überhitzen und im Winter zu stark abkühlen. Dieses Problem kann beispielsweise durch Klimaglas gelöst werden, dessen Einbau sich gerade für große Glasfronten eignet. Es lässt nur wenig solare Energie hindurch und die Räume heizen nicht so stark auf. Gleichzeitig gelangt dennoch eine Menge Licht ins Gebäude. Dank verschiedener Kombinationsmöglichkeiten mit Schallschutz– oder Sicherheitsglas können so auch große Glasfronten sicher und dämmend wie eine Hauswand geplant werden.

Spezielle Fensterformen

In einigen Gebäuden sind die architektonischen Gegebenheiten so, dass spezielle Fensterformen benötigt werden. So können in Dachgiebeln beispielsweise Dreiecks– oder Trapezfenster eingesetzt werden. Diese und weitere Spezialformen, wie Schrägfenster, Ovalfenster oder Rautenfenster können in der Regel als Sonderanfertigung bestellt werden.

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